"Der Diener zweier Herren" ist 1743 entstanden. Goldoni bearbeitete hier ein altes, wohl auf eine französische Vorlage zurückgehendes Commedia dell' Arte-Szenario.
Die reiche Turiner Kaufmannstochter Beatrice Rasponl reist, verkleidet als ihr Bruder Federigo, nach Venedig, um ihren Geliebten Florindo zu finden. Florindo hat Federigo, den Bruder Beatrices, im Streit erschlagen und ist daraufhin geflüchtet. Beatrice sucht den Kaufmann Pantalone auf, der große Geldsummen des Hauses Rasponi verwaltet Clarice, die Tochter Pantalones, sollte Federigo heiraten, wird aber, da Nachrichten über dessen Tod eingetroffen sind, in dem Moment mit Silvio, dem Sohn des Nachbarn Dottore Lombardi, verlobt, da Beatrice, verkleidet als Federigo, erscheint und, ihrer Maske entsprechend, Anspruch auf Clarices Hand erhebt. Zur gleichen Zeit verdingt sich Beatrices Diener Truffaldino, der besseren Löhnung halber, heimlich bei einem zweiten Herren, der niemand anderes ist als der geflüchtete Florindo. Die Geschichte kann beginnen.
Für unsere Inszenierung wurde die Übersetzung und Bearbeitung durch Friedrich Ludwig Schröder (1744-1816) gewählt, die vor 1790 entstanden ist. Schröder, der als bedeutender Schauspieler und Theaterdirektor in Hamburg wirkte, kürzte Goldonis Originaltext und brachte ihn in ein knappes, bühnenwirksames Deutsch, das Tempo, Rhythmus und Ausstrahlung des Stückes zu treffen weiß.